
| Spagat zwischen den Leitstellen |
| Mittwoch, den 17. November 2010 um 12:22 Uhr |
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Spagat zwischen den Leitstellen
12.08.2010 - Personalschulung wird nun Thema: Weiterbildung muss parallel zum Betrieb laufen. Amberg. (eik) Stadtbrandrat Bernhard Strobl spricht von einem "Spagat": Der besteht darin, das hauptamtliche Personal der künftigen integrierten Leitstelle (ILS) auf Weiterbildung zu schicken - und gleichzeitig den Betrieb der aktuellen Leitstellen bei Feuerwehr und Rotem Kreuz sicherzustellen. Genau an diesem Punkt sei man jetzt angelangt.
Bis es so weit ist, werde es, "realistisch gesehen, frühestens Ende 2012, eher 2013", schätzt Strobl. Zeit, die man für eine Neustruktuierung benötige. "Wir brauchen ein komplett anderes EDV-System als bisher. Man muss wirklich von Null anfangen, Daten erfassen von den Feuerwehren, den Gemeinden, um daraus entsprechende Alarmierungspläne zu entwickeln. Das wird eine Riesenaufgabe." Grundlage sind neue bayernweite Standards für die ILS, die eine Alarmierung nach 50 festgelegten Stichworten vorschreiben, vom Mülltonnenbrand über den Verkehrsunfall bis zum Wasserschaden.
"Zu jedem Stichwort muss man für jeden Ort im Landkreis einen Alarmplan stricken", verdeutlicht Strobl, um festzulegen, welche Kräfte beim jeweiligen Stichwort ausrücken. Das bedeutet viel Arbeit: "Wir haben alleine 115 Feuerwehrstandorte im Landkreis, dazu kommen noch etliche kleinere Ortschaften, die keine Feuerwehr haben, Einöden oder Dreihöfe, für die wir einen Alarmplan schaffen. Und das nicht nur für den Landkreis Amberg-Sulzbach, sondern auch für den Landkreis Schwandorf und die Stadt Amberg."
Hintergrund: Der grobe Rahmen für die Integrierte Leitstelle in Amberg ist abgesteckt, mit den Details werden nun spezielle Fachplaner beauftragt, erklärt Stadtbrandrat Bernhard Strobl das weitere Vorgehen. "Die müssen uns jetzt mal die Kosten für diese Leitstelle ausrechnen, ein Gebäude planen und die Technik." "Wenn wir diese Zahlen haben, gibt´s für die Errichtung Integrierter Leitstellen auch Zuschüsse vom Land Bayern, dann müssen wir Zuschussantrag stellen. Wenn der genehmigt ist, was erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nimmt, dann ist das das Startsignal, dass wir baulich tätig werden können." Dies gelte dann freilich nur für das neue Leitstellengebäude. Die seit längerem erhoffte Sanierung der Feuerwache sei im doppelten Wortsinn "eine andere Baustelle". Daran könne man erst wieder denken, wenn es die städtischen Finanzen zulassen.
Angepeilt sind 23 Hauptamtliche 23 hauptamliche Kräfte empfielt das Gutachten für die Integrierte Leitstelle (ILS). Standbrandrat Bernhard Strobl schätzt, dass man aus bisherigen Leitstellen von Feuerwehr und BRK im Zweckverbandsgebiet "14 oder 15 Leute" rekrutieren kann. "Den Rest müssen wir uns dann vom Markt holen." Die ILS-Mitarbeiter müssen zwei Berufe vereinen, den des Berufsfeuerwehrmanns und des Rettungsassistenten. Nicht davon tangiert sind die Ehrenamtlichen bei BRK und Feuerwehr. Aus ihren Reihen soll aber laut Strobl eine Verstärkungstruppe gebildet werden, die bei Bedarf zusätzlich Abfrageplätze in der ILS besetzen kann. Das sei wichtig, wenn, beispielsweise nach Unwettern, Hunderte von Anrufen zeitgleich eingehen: Dann müssten die weniger dringenden Hilferufe ausgefiltert werden, um die wirklich akuten Notfälle wie ein Herzinfarkt vorrangig bearbeiten zu können.
Neubaupläne Die Integrierte Leitstelle entsteht auf dem Gelände der Amberger Feuerwehr als seperater Bau. Laut Stadtbrandrat Bernhard Strobl soll dieser neben der Waschhalle gebaut werden. "Der Platz dafür ist da", ein wenig zusätzliche Fläche würde aber nicht schaden: Darüber wolle man mit den benachbarten Stadtwerken sprechen. Derzeit überlege man, ob man mit dem Neubau der ILS nicht gleich das Problem lösen kann, das die Wehr schon länger beschäftigt: Sie bräuchte dringend einen überdachten Platz für die Abrollbehälter ihrer Wechselladerfahrzeuge. "Wir wollen versuchen, dass wir das kombinieren - unten Containerstellplätze und darüber die Leitstelle." (Quelle Bericht: "Der neue Tag" vom 12.08.2010) |
Die ILS soll vom Rettungszweckverband auf dem Gelände der Feuerwache betrieben werden: Nachdem diese Grundsatzentscheidungen gefallen sind, gilt laut Strobl als nächstes, Gebäude und Technik aufzubauen sowie das Personal vorzubereiten: "Die bisherigen Mitarbeiter aus der BRK-Leitstelle, die Rettungsdienstkenntnisse haben, müssen sich im Feuerwehrbereich weiterbilden und die Feuerwehrleute im Rettungsdienst." Keine ganz einfache Angelegenheit, wie der Feuerwehrchef anmerkt. "Man muss schauen, dass man das Personal auf Lehrgänge wegbringt, aber die Betriebsfähigkeit der alten Leitstellen aufrechterhält, bis die neue in Betrieb geht."