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AMBERG. Nachdem am 01. Januar 1974 der Freistaat Bayern als erstes Bundesland ein Rettungsdienstgesetz in Kraft gesetzt hatte, begann bereits 1975 die Bildung der so genannten Rettungszweckverbände, welche die Aufgabe hatten, als Zusammenschluss von mehreren Gebietskörperschaften den Rettungsdienst in ihrem Zuständigkeitsbereich zu planen und zu überwachen.
Am 27.10.1975 wurde der Rettungszweckverband Amberg (der heutige Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung) gegründet, dem die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf, sowie die kreisfreie Stadt Amberg angehören. Da das Rettungsdienstgesetz die Schaffung von mehreren Rettungswachen und einer Rettungsleitstelle pro Zweckverband vorsah, wurden dabei auch die ersten Planungen für eine solche Einrichtung in Amberg durchgeführt.
Den Standort Amberg für die Rettungsleitstelle gab übrigens eine Ausführungsverordnung zum Rettungsdienstgesetz eindeutig vor.Gleich zu Beginn der Planungen im November 1975 wurde daran gedacht, die Vermittlung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes mit über die zukünftige Rettungsleitstelle abzuwickeln.
Übrigens: 1976 wurden im Rettungsdienstbereich Amberg mit Krankentransport- und Rettungswägen insgesamt 11920 Transporte gefahren! Im August 1976 wurde der erste öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen dem Rettungszweckverband Amberg, dem Arbeiter-Samariter-Bund Auerbach und den BRK-Kreisverbänden Amberg-Sulzbach und Schwandorf über die Durchführung des Rettungsdienstes geschlossen. Um einen ersten Einblick über den Betrieb einer Rettungsleitstelle zu gewinnen, besuchten Vertreter des Rettungszweckverbandes im November 1977 die bereits im Betrieb befindliche Einrichtung in Regensburg.
Die Planungen im Jahre 1978 des Rettungszweckverbandes gehen von ca. 15.000 Transporten pro Jahr im Rettungsdienstbereich aus. Die Inbetriebnahme wird für das Jahr 1980 angedacht. Im 2. Halbjahr 1979 erfolgt dann der Startschuß für den Bau des neuen Rettungszentrums in Amberg, bestehend aus Feuerwache, BRK Kreisverband mit Rettungswache und der Rettungsleitstelle.
Am 15. April 1980 werden die ersten Mitarbeiter für die Rettungsleitstelle eingestellt, die ab diesem Zeitpunkt tatkräftig an der Einrichtung der neuen Dienststelle arbeiten. Es waren dies Manfred Gebhard als Leiter der Rettungsleitstelle, Armin Joscht als stellvertretender Leiter, Manfred Bohne, Ludwig Edenhart, Adolf Heuberger, Georg Prüfling, Friedhelm Rupprich und Helmut Stürber. Sofort nach der Einstellung wurden die neuen Mitarbeiter zur Ausbildung an die damalige Lehrrettungsleitstelle München entsandt. Die Kollegen Edenhart, Heuberger, Joscht und Stürber sind bis heute in der Rettungsleitstelle tätig!
Der Einbau der Technik begann am 25. Mai 1980. Insgesamt waren 678.000 DM als Investitionskosten veranschlagt. Am 24. Juni 1980 startete der Probebetrieb, zuerst nur mit dem Stadtgebiet Amberg. Nach und nach wurden die weiteren Gebiete um die installierten Rettungswachen auf die Rettungsleitstelle aufgeschaltet.
Ab Mitte Januar 1981 wurde die Vermittlung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes von den Mitarbeitern der Rettungsleitstelle mit übernommen. Zu diesem Zweck wurde das Personal an den Wochenenden und Feiertagen durch nebenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt, um das höhere Anrufaufkommen bewältigen zu können. Die Vermittlung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes endete am 15. Januar 2003.
Am 09. Februar 1981 war dann der große Tag: durch den Amtschef des Bayerischen Staatsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Siegwin Süß, wurde die Rettungsleitstelle um 10:50 Uhr in Betrieb genommen.
Dazu gab er folgenden Funkspruch ab: „Leitstelle an alle: ab sofort werden alle Einsätze im Rettungsdienst und Krankentransport der im Rettungsdienstbereich Amberg zusammengefassten Landkreise Amberg-Sulzbach, Schwandorf und der Stadt Amberg durch die Rettungsleitstelle Amberg gelenkt!“ Dies war der offizielle Startschuß
Ein großes Manko wurde am 19.04.1988 beseitigt. Die unterschiedlichen Rufnummern der Rettungswachenbereiche wurden durch die einheitliche Rufnummer 19222 ersetzt, damals aber noch unter Nutzung der entsprechenden Vorwahlen. 1992 wird der Versorgungsbereich der Rettungsleitstelle größer: die US-Army stellt am Standort Vilseck den Ambulance-Service ein, die Versorgung übernimmt der deutsche Rettungsdienst. Im späteren Verlauf wurde in Vilseck ein Rettungswagen stationiert, um das Einsatzaufkommen bewältigen zu können. Im Juli 1992 zieht dann endlich der erste Computer in die Leitstelle ein. Allerdings wurden damit nur reine Dokumentationsaufgaben durchgeführt.
Dieser Umstand ändert sich im Herbst 1995: umfangreiche Umbau- und Modernisierungsmassnahmen werden unternommen, um die Rettungsleitstelle in den jetzt noch gültigen Stand der Technik zu versetzen. Die gesamte Kommunikationstechnik wurde auf den neuesten Stand gebracht und eine EDV-gestützte Einsatzsteuerung installiert. Damit wurde ein Einsatzleitsystem geschaffen, das die Dokumentation aller Anrufe und die Alarmierung der Einsatzkräfte bis zum heutigen Tag unterstützt. Während des Umbaus wurde der Dienstbetrieb in den bereitgestellten Containern aufrecht erhalten, der Betrieb wurde dadurch aber nicht beeinträchtigt.
Aktuell und zukünftig
Im Jahr 2010 fiel die Entscheidung, dass die künftige „Integrierte Leitstelle Amberg“ durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in Amberg betrieben wird. Die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsleitstelle Amberg sind bereits zur Schulung (Feuerwehr-Modul I und II) entsandt worden, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgen.
2013 soll die neue „Integrierte Leitstelle Amberg“ in Betrieb gehen.
Die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle Amberg danken Ihnen für das in den letzten 30 Jahren entgegen gebrachte Vertrauen ! |